Mahnwache gegen Fremdenhass

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

Mahnwache gegen Fremdenhass

Vor 30 Jahren – am 29. Mai 1993 – verloren fünf Menschen ihr Leben bei einem Brandanschlag in Solingen.

Mit einer Mahnwache erinnert der Integrationsrat der Stadt Dorsten an den rechtsextremistischen Brandanschlag auf das Haus der Familie Genç in Solingen vor 30 Jahren. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen am Pfingstmontag, 29. Mai, ab 16 Uhr, auf den Marktplatz, um gemeinsam der Opfer zu gedenken und ein Zeichen zu setzen für Versöhnung und friedliches Miteinander, zugleich gegen Rassismus und Fremdenhass.

Wo das Haus der Familie Genç stand, wachsen heute fünf Kastanien auf einer Wiese. Sie erinnern an Saime (4 Jahre), Hülya (9) und Hatice Genc (18), Gülüstan Öztürk (12) und Gürsün Ince (27). 14 weitere Menschen wurden durch das Feuer teils schwer verletzt. Mevlüde Genc, das Oberhaupt der Familie, verlor an diesem Tag zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte.

Der Brandanschlag auf das Haus der Familie Genç hat sich im Wortsinn tief in die Geschichte der Bundesrepublik und das Bewusstsein der Menschen eingebrannt. Saime, Hülya, Hatice, Gülüstan und Gürsün stehen stellvertretend für alle Opfer von gewaltbereitem Rassismus und Fremdenhass.

Die Mahnwache auf dem Dorstener Marktplatz soll der Opfer des in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen beispielslos schrecklichen Anschlags gedenken und dazu aufrufen, gemeinsam gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einzustehen.

Husam Al-Hareezi, Vorsitzender des Integrationsrates: „Für uns, die Mitglieder des Integrationsrates, ist es wichtig, das Gedenken an die Opfer des Anschlags lebendig zu halten. Wir wollen zugleich deutlich machen, dass eine solche Tat wie in Solingen auch in Dorsten oder jeder anderen Stadt hätte geschehen können. Wir müssen immer wieder dafür einstehen, dass Rassismus und Fremdenhass keinen Platz in unserer Gesellschaft haben dürfen und dass wir gemeinsam für Versöhnung und ein friedliches Miteinander eintreten müssen.“

Mevlüde Genç sagte einmal: „Obwohl ich fünf Kinder und mein Zuhause verloren habe, bezeuge ich trotzdem Zuneigung. Wir sind alle Brüder. Das lässt sich auch durch Verbrennen und Kaputtmachen nicht verhindern.“ Sie reichte mit dieser Aussage nicht nur der Stadtgesellschaft von Solingen die Hand zur Versöhnung, sondern allen Menschen. Für ihr ziviles gesellschaftliches Engagement zeichnete sie der Bundespräsident mit dem Bundesverdienstkreuz aus.

Text: Stadt Dorsten

Zurück