Schnell wieder mobil werden nach Gelenkersatz

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

Schnell wieder mobil werden nach Gelenkersatz

St. Elisabeth-Krankenhaus startet neues Patientenseminar: Umfassende Informationen und praktische Übungen verbessern den Heilungserfolg

Wer vor dem Einsatz eines neuen Hüft- oder Kniegelenks steht, hat viele Fragen. Und sie betreffen in der Regel weit mehr als nur den Ablauf der Operation. Wie kann ich mich optimal vorbereiten? Was muss ich nach dem Eingriff beachten? Und ganz praktisch: Wie setze ich eigentlich die Gehstützen richtig ein? Meistens reicht das Aufklärungsgespräch vor der Operation nicht aus, um solche Anliegen umfassend zu klären. Deshalb bietet das St. Elisabeth-Krankenhaus allen Patienten, die bereits die endoprothetische Sprechstunde des Hauses aufgesucht haben und kurz vor einem Eingriff in der Dorstener Klinik stehen, ein ganz besonderes Seminar an. „Gelenk mobil: Dorstener Patientenschulung zum Gelenkersatz“ heißt das neue, einstündige Angebot, das für kleine Gruppen von maximal zehn Teilnehmern konzipiert wurde und sowohl aus Information als auch aus praktischen Übungen besteht. „Wir wissen heute auch aus eigenen wissenschaftlichen Studien, dass eine schnelle Heilung und damit der Erfolg eines Eingriffs auch von der Mitarbeit und der Eigeninitiative der Patienten abhängen. Das setzt aber eine umfassende Aufklärung über alle Aspekte, die mit dem Gelenkersatz einhergehen, voraus“, erläutert Priv.-Doz. Dr. med. Mike H. Baums, Chefarzt des Fachbereichs Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie im Dorstener Krankenhaus.

Im ersten Teil des Seminars geht es zunächst um alles Wissenswerte rund um den Gelenkersatz. Weil in der Regel eine Arthrose eine Endoprothese erforderlich macht, stellen Mediziner des Hauses dieses Krankheitsbild vor und erläutern dann ausführlich die einzelnen Schritte der Operation. „Wir besprechen aber auch, welche Implantate es gibt, aus welchen Materialien sie bestehen und was ein Gelenkersatz leisten kann. Und wir beantworten häufig gestellte Fragen, zum Beispiel wann man wieder Auto fahren kann, wie lange man die Gehstöcke benutzen muss und welche Sportart empfehlenswert ist“, führt der Chefarzt aus. Weil die Gruppe sehr klein ist, bleibt genügend Zeit, um im Anschluss an den Vortrag auch auf individuelle Fragen einzugehen.

Foto oben rechts: PD Dr. med. Mike H. Baums erklärt seiner Patientin die Funktionsweise eines künstlichen Teilgelenkersatzes am Knie

Im zweiten Teil des Seminars wird es dann praktisch. Physiotherapeuten und das Team von „KKRN-aktiv“ üben mit den Teilnehmern, was nach der Operation wichtig wird – etwa das Treppensteigen mit den Gehstützen, die Teilbelastung der operierten Struktur oder das richtige Aufstehen und Setzen. Und damit man die Übungen auch zu Hause fortsetzen kann, erhalten alle Teilnehmer ein Infoheft, in dem mit vielen anschaulichen Bildern noch einmal dargestellt wird, wie man die Muskulatur nach der Operation wieder kräftigt und worauf man bei der Bewegung achten sollte. All das legt auch die Grundlagen für eine effiziente Nachbehandlung in der anschließenden Reha. „Wir wünschen uns aufgeklärte und gut informierte Patienten“, sagt Baums. „Denn sie gehen mit weniger Stress, Anspannung oder gar Angst in den Eingriff – auch weil sie genau wissen, wie es für sie nach der OP weitergeht, worauf sie im Alltag achten müssen und wie sie selbst aktiv zu einer schnellen Genesung beitragen können.“

Das neue Patientenseminar startet am Mittwoch, 28. Februar, um 16 Uhr und soll dann in regelmäßigem Turnus stattfinden. Baums: „Sollte die Nachfrage groß sein, können wir nach Absprache mit den Patienten die Frequenz erhöhen und zusätzliche Seminare anbieten.“ Info: Sekretariat, Monika Saborrosch 02362 29-53202, ou.dorsten@kkrn.dewww.kkrn.de

Foto oben rechts: Geh-Training mit einer Patientin nach Einsatz eines künstlichen Kniegelenks

Text: KKRN
Fotos: Günter Schmidt

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