Netzwerk für Grünpflege und Gestaltung in Dorsten

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

Netzwerk für Grünpflege und Gestaltung in Dorsten

Auf dem Spielplatz ist der Sand verdreckt – das müsste mal jemand wegmachen.
Die Beete an der Straße sind voll mit Unkraut – das müsste mal jemand wegmachen.
Da vorne liegen Scherben – das müsste mal jemand wegmachen.

Wenn man nicht selber handelt, kann man lange auf den „Jemand“ warten. Daher beschlossen Claudia und Gerhard Jendrzey, selbst anzupacken.

Der Zustand einiger Spielplätze sowie der Baumbestand, nicht nur im Stadtsfeld, sind teilweise in einem beklagenswerten Zustand. Diese Missstände alleine zu beseitigen, wäre für das Ehepaar Jendrzey einfach zu viel gewesen, obwohl sie bereits aus eigener Motivation und Muskelkraft viel bewegten. Sie suchten sich daher Mitstreiter, erhielten zudem Unterstützung durch Martin Hollstegge, dem Leiter der Grünflächenabteilung und Joachim Thiehoff, dem Leiter des Büros für Ehrenamt, suchten und fanden Sponsoren und gründeten letztendlich ein Netzwerk für Grünpflege und Gestaltung in Dorsten.

Der Lohn ihrer Arbeit ist nicht nur ein ansprechendes Wohnumfeld, auch die Nachbarschaft ist enger zusammengewachsen, von der Wertsteigerung der Immobilien mal ganz abgesehen.

„Wir haben Bewegung in die Thematik Grünpflege gebracht“, freut sich Gerhard Jendrzey. „Wir möchten die Bürger mitnehmen und ihnen nicht etwas Fertiges vorsetzen. Wir möchten etwas Nachhaltiges schaffen und den Schulterschluss mit allen Aktiven üben.“
So ist die Wildblumenwiese nur ein Beispiel des Engagements. Hier erleben Schulkinder zusammen mit ihrem Biologielehrer und der NABU die Vielfalt der Fauna und Flora, nehmen sich der Wiese an und pflegen sie. Alle Aktivitäten der Familie Jendrzey mit ihren weiteren drei aktiven Mitstreitern sowie die Arbeit der 90 Grünpaten Dorstens aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Es müssen aber auch nicht immer Riesenprojekte sein. Das kleine Beet vor der Haustür zu pflegen reicht schon völlig aus. Den Ast, der den Durchgang behindert, abzuschneiden ist kein großer Aufwand.

„Grünpaten sind bei den Pflegearbeiten versichert“, so Bürgermeister Tobias Stockhoff. „Wenn sich Bürger in ihrem Umfeld engagieren, dann sollten sie auch Anspruch auf eine besondere Betreuung, einen kleinen Bonus haben. Das heißt aber nicht, dass andere Stadtteile dadurch vernachlässigt werden“, betont Tobias Stockhoff noch einmal extra.

Die Vernetzung von Aktivitäten ist eminent wichtig und die Unterstützung in der Gruppe Gleichgesinnter kann eine pragmatische Hilfestellung sein. Bei Interesse kann daher der Newsletter des Stadtsfeldes abonniert werden (ideenfabrik@stadtsfeld.de)

Einbringen kann sich jeder Bürger, es müssen ja nicht immer zeitintensive Bemühungen wie bei Claudia und Gerhard Jendrzey sein, aber wenn die Dorstener vom „Einer müsste mal“ über „Einer muss das ja machen“ hin zu „Wir machen gemeinsam“ gelangen, dann ist das der richtige Weg.

Foto oben rechts: (von rechts): Die Initiatoren des Netzwerkes "Grünpflege" Claudia und Gerhard Jendrzey erhalten städtische Unterstützung durch Bürgermeister Tobias Stockhoff, Martin Hollstegge und Joachim Thiehoff

Text und Foto: Martina Jansen

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