Heute treffe ich Elena Woronow, werdende Drillingsmutter

von Martina Jansen

Elena Woronow, werdende Drillingsmutter

„Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger!“

Dieser Satz verändert das Leben jeder Frau – bei Elena Woronow jedoch gleich dreifach. Nicht nacheinander, nein gleichzeitig. Elena Woronow erwartet Ende Mai, spätestens jedoch Anfang Juni Drillinge. Ich besuche die werdende Drillingsmutter Zuhause in Holsterhausen. Ihr geht es gut, sie sieht gut aus und sie strahlt.

In jeder Woche während ihrer Schwangerschaft fuhr die werdende Mutter ins benachbarte Datteln, um die Entwicklung der drei Ungeborenen überprüfen zu lassen. Jetzt wird sie in der 31. Schwangerschaftswoche dort stationär aufgenommen und bleibt bis zur Entbindung. Die Klinik ist auf die Versorgung kleinster Frühgeborener spezialisiert, daher gibt es hier auch 16 Intensivplätze für Frühgeborene. Elena Woronow geht jedoch davon aus, dass ihre drei Kinder alleine atmen können und nur noch hochgepäppelt werden müssen.

Die Chance auf eine Drillingsgeburt in Deutschland liegt bei 0,01 % oder anders ausgedrückt bei 1:7000. Während es im Marienhospital, der Bottroper Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, im letzten Jahr keine Drillingsgeburt gab, so kommen in der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln jedes Jahr zwischen einer und vier Drillingsgeburten vor, wie mir Hannah Iserloh, die Pressesprecherin des Krankenhauses bestätigt.

Ende Mai oder Anfang Juni 2017 werden Elena Woronows Drillinge in der 34. Schwangerschaftswoche mit einem wahrscheinlichen Geburtsgewicht von etwa 1800 Gramm per Kaiserschnitt in Datteln auf die Welt geholt. Die Reihenfolge der Entbindung ist im Uhrzeigersinn festgelegt und daher macht Alissa, die ganz unten liegt, den Anfang, gefolgt von Sophia. Zuletzt kommt Nick, „der kleine Prinz“, auf die Welt. Da jeder der Drillinge eine eigene Plazenta und somit eine eigene Geburtshöhle besitzt, haben sie alle die gleiche Voraussetzung für die beste Entwicklung. Abgesehen davon weiß die 33-Jährige so auch immer ganz genau, wer sie gerade tritt.

Da bei drei Neugeborenen ständig mindestens eine helfende Hand fehlt, hat Mia, die fast sechsjährige ältere Schwester der Drei, einen genauen Plan geschmiedet.“ Ein Baby ist für Papa, eines ist für Mama und Sophia ist für mich“, verrät sie mir stolz. „Aber weißt du was, Martina, ich habe auch noch meine Oma gefragt, ob sie mir ein bisschen bei meinem Baby hilft.“ 

Und Hilfe ist auch wirklich notwendig, denn alleine ist der neue Alltag nur schwer zu bewerkstelligen. „Mia kommt jetzt in die Schule, aber zum Glück haben wir noch ganz kurzfristig einen OGS-Platz für sie nicht bekommen“, berichtet Elena Woronow erleichtert. „Bis ich morgens Mia schulfertig gemacht und Alissa, Sophia und Nick gefüttert und angezogen habe, wird sicherlich viel Zeit vergehen. Und keine vier Stunden später hätte ich ja, wenn Mia den Platz nicht bekommen hätte, schon wieder an der Schule stehen müssen, um sie abzuholen.“  

Werner und Elena Woronow haben sich bereits schon bei ihrer ersten Tochter für eine künstliche Befruchtung entschieden – über 20.000 Euro haben sie seit 2005 für die Kinderwunschbehandlungen aus eigener Tasche gezahlt. Sie handelten aus der Not heraus, ansonsten wäre das Paar kinderlos geblieben. Fuhren ihre Freunde in den Urlaub, so blieb diese junge Familie die ganzen Jahre zu Hause und sparte das Geld für ihren Kinderwunsch. Großartige Rücklagen besitzt die Familie daher nicht, zumal Elena Woronow ihren Beruf als Arzthelferin momentan nicht ausüben darf und ihr gut gehendes Nagelstudio auch erst einmal schließen musste. Elena hat daher zu Recht Existenzängste.

„Wann ist es denn soweit?“ „Was wird es denn?“ Elena weiß genau, dass das Lächeln der Fragenden schlagartig gefriert, wenn sie antwortet: „Ende Mai kommen Alissa, Sophia und Nick zur Welt“.

„Selbst schuld, ihr wolltet es ja so“ – auch diesen Satz oder ähnliche Aussagen hört die Holsterhausenerin hin und wieder. „Stimmt, wir wollten unbedingt Kinder“, versichert Elena und ihr Mann Werner ergänzt: „Bei den vielen Fehlversuchen, die wir bisher hatten, wollten wir unsere allerletzte Chance nutzen. Wir hofften darauf, dass sich eine Eizelle entwickelt – nun haben sich halt drei eingenistet. Das war so nicht geplant, dennoch sind alle drei willkommen.“ 

Anfangs sah es sogar nach Vierlingen aus, da sich eine Eizelle noch einmal teilte. Welche Eizelle sich jedoch nicht weiterentwickelt hat, lässt sich jetzt nicht sagen. Aber spätestens bei der Geburt werden Werner und Elena sehen, ob Alissa und Sophia ein eineiiges Zwillingspärchen sind.
Trotz ihrer Zukunftsängste schauen Werner und Elena Woronow positiv in die Zukunft. „Mit ein wenig Hilfe werden wir es schaffen“, sind sich beide sicher. „Meine Oma und ich sind ja auch noch da und helfen mit“, bietet Mia erneut ihre tatkräftige Hilfe an. 

Eena und Werner Woronow machen sich häufig im Netz schlau, um nach Unterstützung zu suchen. Vielleicht kennen Sie, lieber Leser, liebe Leserin, ehrenamtliche HelferInnen, die der bald vierfachen Mutter etwas zur Hand gehen möchten. Wir leiten die Kontaktdaten gerne an die Familie weiter.
Kontakt: martina.jansen@rswmedia.de

Foto oben rechts: Elena und Werner Woronow mit der 6-jährigen Mia

Text und Foto: Martina Jansen

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