Geologische Erkundungsbohrung in Schermbeck

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

Geologische Erkundungsbohrung in Schermbeck

Der Geologische Dienst NRW startet in Schermbeck eine geologische Untergrunderkundung.

Die bis 100 Meter tiefe Bohrung soll Erkenntnisse zum Aufbau und zur erdgeschichtlichen Entwicklung des Gesteinsuntergrundes geben.
Am 15. Juli startet der Geologische Dienst NRW mit einer kartierbegleitenden Bohrung in Schermbeck-Bricht, auf einer Wiese an der „Alten Poststraße“. Bei der für die Dauer von ca. vier Wochen geplanten Rammkernbohrung wird meterweise eine Kernfanghülse (zylindrisches Kunststoffrohr, kann später geöffnet werden) in das Lockergestein gerammt und wieder herausgezogen. Die so gewonnenen Bohrproben werden im Anschluss beim Geologischen Dienst NRW in Krefeld eingehend untersucht.

Nicht nur das Bohrgut selbst ist von Interesse. Vor seiner Wiederverfüllung wird das Bohrloch auch mithilfe verschiedener geophysikalischer Messsonden des Geologischen Dienstes NRW erkundet. Diese liefern zahlreiche Daten zu den Gesteinseigenschaften, wie beispielsweise zum Sand- und Tongehalt.

Vorhandene Bohrungsdaten im Archiv des Geologischen Dienstes NRW und eine GD-eigene Kleinbohrung belegen, dass die sandig-kiesigen Ablagerungen der Lippe-Niederterrasse hier mit über 25 m besonders mächtig sind. Diese Sedimente wurden während der letzten Kaltzeit, ca. 10 000 bis 60 000 Jahre vor heute von der Lippe abgelagert. Als Besonderheit folgen darunter feinkörnige Sand- oder Tonablagerungen eines eiszeitlichen Sees, der an dieser Stelle vor etwa 200 000 Jahren existiert hat. Unterhalb dieser quartärzeitlichen Schichtenfolge lagern rund 80 Mio. Jahre alte, sandig-mergelige Gesteine eines ehemaligen Meeres, das während der Oberkreide-Zeit die Region von Norden her überflutet hatte.

Die Bohrung gibt Aufschluss über die geologische Entwicklung der Region. Darüber hinaus sind die Eigenschaften der unterschiedlichen Lockergesteine von großer Bedeutung für viele praktische Fragestellungen. Diese reichen vom Schutz und der Nutzung des Grundwassers über die Geothermie bis hin zu möglichen Georisiken.

Text und Foto: Geologischer Dienst NRW

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