Mai 2020

Spielplätze ab Donnerstag wieder frei

Am heutigen Montag, 4. Mai, tritt die neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW in Kraft. Neben der Beibehaltung des geltenden Kontaktverbots und der Maskenpflicht, die nun auch auf Kultur- und Freizeiteinrichtungen ausgeweitet wird, enthält die neue Verordnung einige Lockerungen, die auch für Haltern am See relevant sind. Dazu gehören zum Beispiel: 

1. Ab Montag, 4. Mai, dürfen Friseurinnen und Friseure wieder tätig werden. Auch Dienstleistungen der medizinischen und kosmetischen Fußpflege sind wieder erlaubt. Dabei gelten Hygieneauflagen, wie z.B. das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes von Dienstleistern und Kunden sowie die Beschränkung der Personenanzahl auf einen Kunden pro zehn Quadratmeter. Weiterhin nicht erlaubt sind Maniküren, Gesichts- und Kosmetikbehandlungen sowie das Tätowieren. 

2. Ab Donnerstag, 7. Mai, sind die Spielplätze wieder geöffnet. Dabei verweist die Stadtverwaltung an die Eigenverantwortung der Menschen und die Hygienevorschriften des RKI. So weit es geht, soll der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Noch nicht abgebaut wird allerdings der Bauzaun in der Stadtmühlenbucht am Wasserspielplatz. Hier steht noch die Inbetriebnahme der Wasserläufe aus. Dazu müssen auch Wasserproben entnommen und analysiert werden. Erst danach kann der Spielplatz freigegeben werden. 

 3. Auch Bildungseinrichtungen wie die VHS und die Musikschule dürfen unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregeln wieder öffnen. „Unser Team freut sich sehr über diese Entwicklung“, sagt VHS-Leiterin Ester-Joy Dohmen. „Wir werden jetzt so schnell wie möglich prüfen, welche Kurse wieder angeboten werden können.“ Wahrscheinlich könnten die ersten Kurse bereits ab dem 18. Mai wieder durchgeführt werden, so Dohmen. Über die neuen Angebote wird die VHS kurzfristig informieren. 

Auch die Musikschule arbeitet daran, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um einen Unterricht unter Berücksichtigung der vorgegebenen Hygienemaßnahmen anbieten zu können. Dazu zählt u.a. die Beschaffung geeigneter Spuckschutzwände. In Musikschulen ist nur Einzelunterricht zulässig, in atmungsaktiven Fächern (Gesang, Blasinstrumente) ist eine Raumgröße von mindestens zehn Quadratmetern pro Person vorzusehen. „Da der Schutz der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte weiterhin oberstes Priorität hat, wird die Musikschule ihren Betrieb erst dann wieder aufnehmen, wenn entsprechende Schutzmaßnahmen umgesetzt werden konnten. Dies wird voraussichtlich noch etwa eine Woche in Anspruch nehmen“, sagt Musikschulleiterin Verena Voß.

2020 von Ulf Steinböhmer

Start für den Bau des Blauen Klassenzimmers

Der Bau des Blauen Klassenzimmers an der Stever kann beginnen. Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes, und Bodo Klimpel, Halterns Bürgermeister und Ratsvorsitzender des Wasserverbandes, trafen sich am Montag vor Ort zum Spatenstich – in diesem Fall mit Corona-bedingtem Abstand. „Gemeinschaft und Natur erleben – dass diese zwei Dinge essenziell wichtig sind, wird uns gerade besonders deutlich. Ein Begegnungs- und Lernort unter freiem Himmel für Kinder und Jugendliche gewinnt vor diesem Hintergrund einmal mehr an Bedeutung“, so Uli Paetzel.

„Das Blaue Klassezimmer haben Kindergartenkinder, Schulklassen, Lehrkräfte und Umweltschützer hier aus Haltern am See bereits im letzten Jahr mitentwickelt. Im Herbst 2020 sollen sie diesen tollen Platz am Wasser mit einweihen und nutzen können – darauf hoffe ich“, so Bodo Klimpel. Mehr als 30 Wasser-Entdeckerinnen- und -Entdecker können dann an der Stever Proben nehmen und sich über Wasserlebewesen sowie -pflanzen informieren.

Nachdem im Februar bereits der Freischnitt des Geländes erfolgt war, finden in den kommenden Wochen Bodenarbeiten und die Umlegung des vorhandenen Weges statt. Der würde momentan noch durch das Klassenzimmer führen. Während des Umbaus bleibt der Weg rund vier Wochen lang für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Das Klassenzimmer selbst wird mit rund 220 Quadratmetern eines der größten seiner Art. Die acht Meter breite Fläche wird rund angelegt und wasserdurchlässig hergestellt, die Bänke und Stufenanlage Richtung Ufer aus Naturstein gestaltet. 150 Tonnen Sandsteinfels verbaut der Lippeverband dazu für das Open-Air-Klassenzimmer – ein Stein wiegt dabei durchschnittlich 900 Kilo.

„In Workshops konnten alle ihre Ideen mit einbringen. Diese gelebte Beteiligung setzen wir jetzt in die Tat um. Unter anderem installiert der Lippeverband dazu Materialboxen, einen Handlauf sowie einen Steintisch“, fasste Uli Paetzel zusammen. „Außerdem setzen wir alles daran, auch das gewünschte Krokodil an die Stever zu bringen“, ergänzte Bodo Klimpel. Steinerne Tier- und Pflanzendarstellungen standen für das besondere Klassenzimmer genauso auf der Wunschliste wie eine Tischplatte in Blumenform.

Voraussichtlich im Herbst 2020 könnten die Arbeiten beendet sein. Wie die zukünftige Nutzung des Blauen Klassenzimmers organisiert sein soll, legen die beteiligten Einrichtungen

2020 von Ulf Steinböhmer