Die Bahnhofsfamilie ist bereit zu wachsen

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

Die Bahnhofsfamilie ist bereit zu wachsen

Das Interesse zu Beginn der Workshops zum Thema Bürgerbahnhof war 2016 groß, geblieben sind 30 Teilnehmer, die den Bürgerbahnhof bis zur Eröffnung begleitet haben.

Eine von ihnen ist Heidi Göbel, die sich bis heute intensiv engagiert.
„Als ich 60 wurde, überlegte ich, was ich ehrenamtlich tun könnte. Über meine aktive Mitarbeit im Seniorenbeirat kam ich schließlich zu den Projekten ‚Wir machen Mitte‘, ‚Bürgerpark‘ und nun zu meinem Herzensprojekt, dem ‚Bürgerbahnhof‘, erzählt mir die Dorstenerin. Ute Blume, Projektleiterin der Dorstener Arbeit und damit Ankermieter und Betreiber des Bürgerbahnhofs, weiß um ihr großes Engagement. „Wir alle haben große Emotionen für das Gesamtprojekt, aber für Heidi ist es wirklich ein Herzensprojekt.“
Einen sehr guten Überblick über die gesamte Umbauzeit biete das Buch „Der Weg zum Bürgerbahnhof“. Im Abstand von vier Wochen hat Heidi Göbel jeweils Fotos aufgenommen und den Fortschritt dokumentiert. „Dabei hatte ich sehr gute Gespräche mit den Bauarbeitern geführt. Sie waren allesamt sehr engagiert und begeistert darüber, dass nicht einfach abgerissen, sondern renoviert wurde.“

Foto oben rechts: (v. l.) Heidi Göbel und Ute Blume würden sich über Zuwachs in der Bahnhofsfamilie freuen

Der Umbau ist nun beendet, der Bürgerbahnhof ist eröffnet. „Jetzt freuen wir uns über neue ehrenamtliche Dorstenerinnen und Dorstener, die mit  Elan zu unserer Bahnhofsfamilie stoßen und neue Ideen mitbringen. So wie eine Familie von neuen Mitgliedern profitiert, so ist auch unsere Familie ein lebendiges System, in dem alle wachsen können“, betont die Holsterhausenerin. „Der Bürgerbahnhof soll Menschen, die ehrenamtlich arbeiten, einen Raum bieten. Das war für die nächsten 20 Jahre Voraussetzung für die Förderung des Umbaus“, ergänzt die Projektleiterin.
Das Gebäude gehört nicht mehr der DB und ist somit kein Wartesaal für Bahnkunden, dennoch ist es geöffnet für alle interessierten Besucher. Der Bürgerbahnhof soll eine Anlaufstelle für Dorstener sein, sich demnächst unter anderem anhand eines interaktiven Bildschirmes über Veranstaltungen in Dorsten und über wichtige Nachrichten der Heimatvereine, Stadteilkonferenzen oder beispielsweise des Seniorenbeirates zu informieren. „Damit haben wir bereits die Landung in der Zukunft vorbereitet“, schmunzelt Ute Blume.

Foto oben rechts: Für Heidi Göbel ist der Bürgerbahnhof ein Herzensprojekt

Die Dorstener Arbeit betreibt das historische Gebäude, muss daher auch zusehen, dass sie das Gebäude finanziert bekommt. Einen Teil ihrer Einnahmen wird sie durch den neu eröffneten Gastronomiebetrieb sowie die zu vermietenden Tagungsräume erzielen. „Wir bieten die Struktur und die Räume und hoffen, dass die Bürgerschaft sie nun in einem wohlwollenden Miteinander mit Leben füllen“, fährt die Projektleiterin fort.
Die untere Etage ist montags bis freitags von 6 Uhr bis 18 Uhr für Besucher geöffnet und führt u.a. in den Gastronomiebereich. In der ersten Etage befinden sich die Büros der Verwaltung und Leitung des Bürgerbahnhofs, die zweite Etage ist dagegen nicht öffentlich. Ute Blume bittet daher den Bereich aus Diskretionsgründen nicht zu betreten, da dort Beratungen durchgeführt werden.
„Zur Bahnhofsfamilie gehören natürlich auch die Künstlerinnen und Künstler des Kunstvereins sowie von ‚virtuell visuell‘“, erwähnt Heidi Göbel. „Der Dorstener Kunstverein schenkt der Stadt Dorsten ein dreiteiliges Sandstein-Puzzle für den Bahnhofsvorplatz, das er am 13. April enthüllen wird.“ Ein altes Graffiti verschönert bereits den Außenbereich. Dazu nahm die Stadt einige bauliche Veränderungen vor. „Aber auch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn war sehr gut. Ohne die Verlegung der Gleise wäre keine ebenerdige Anbindung an die Innenstadt möglich gewesen“, betonen beide Frauen unisono.
„Für mich war es eine einmalige Chance zur gemeinsamen Mitarbeit an einem Großprojekt der Stadt Dorsten als Bürgerkommune“, zieht Heidi Göbel ein Fazit der vergangenen Jahre.

Foto oben rechts: Projektleiterin Ute Blume

Text: Martina Jansen
Fotos: Christian Sklenak

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